Keine Gottesdienste in Breinig bis mindestens 31.01.

Einstimmige Entscheidung von Kirchenvorstand und Pfarreirat

Stay Home - Gerd Altmann (pixabay) (c) Gerd Altmann (www.pixabay.de)
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Datum:
Di. 22. Dez. 2020
Von:
Ulrich Lühring

In einer gemeinsamen Videokonferenz am 15.01. haben Kirchenvorstand und Pfarreirat einstimmig beschlossen, dass in der Breiniger Pfarrkirche auch weiterhin keine Sonntagsgottesdienste gefeiert werden sollen.

Auch wenn wir in unserem Hygiene- und Sicherheitskonzept alles in unserer Macht stehende tun, um eine Infektion in Zusammenhang mit unseren Gottesdiensten zu verhindern, können wir die massiven Warnungen von Politikern und Virologen in diesen Tagen nicht einfach "in den Wind schlagen". 

"Es geht darum, alle Schutzmaßnahmen einzuhalten und sich bei den Kontakten (...) soweit es irgend geht einzuschränken. Gleiches gilt auch für die Teilnahme an Gottesdiensten, die man – auch wenn es schwer fällt – noch einmal kritisch hinterfragen sollte. Die Lage bleibt ernst und wir alle müssen sie auch weiterhin sehr ernst nehmen." (Städteregionsrat Dr. Tim Grüttemeier)

Die Erfahrungen der Ehrenamtler, die den Ordnungsdienst zu den Gottesdiensten übernehmen, zeigen, dass gerade vor und nach den Gottesdiensten die notwendigen Abstände nicht (immer) eingehalten werden.  Auch wenn sich die ehrenamtlichen Ordner in der Kirche um die Einhaltung von Abständen bemühen, haben wir nicht unter Kontrolle, was vor der Kirche passiert.

Im Gottesdienst selbst bleibt auch bei unseren guten Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen ein Restrisiko durch die lange Verweildauer (ca. 45 Min. Gottesdienst plus individuelle Zeit vorher am Platz) und die in der Kirche sehr eingeschränkte Möglichkeit des Lüftens.

Pfarreirat und Kirchenvorstand sehen die Pfarrgemeinde in einer großen Verantwortung und Fürsorgefunktion für unsere Gottesdienstbesucher, die zum großen Teil zur Risikogruppe gehören.

In einer Zeit, in der von verantwortlichen Politikern über Verschärfungen des Lockdown nachgedacht und verhandelt wird und in der Arbeitgeber zur Ermöglichung von Homeoffice aufgefordert werden, wäre die Öffnung der Pfarrkirche für Gottesdienste das falsche Signal. Insbesondere die Nachrichten über die Mutation des Virus in eine deutlich ansteckendere Variante machen uns große Sorgen.

Uns ist bewusst, dass gerade für alleinstehende Gemeindemitglieder der Sonntagsgottesdienst eine Zeit der Stärkung und der persönlichen Ansprache ist, die sie sehr vermissen. Wir sehen uns aber auch in großer Verantwortung für die Gottesdienstbesucher und alle, die rund um den Gottesdienst ehrenamtlich oder angestellt Aufgaben wahrnehmen.

In der Summe aller Argumente haben wir uns einstimmig dafür entschieden, in der Zeit des Lockdowns in fast allen gesellschaftlichen Bereichen auch auf Gottesdienste zu verzichten.

Diese Entscheidung betrifft nicht Gottesdienstfeiern im Zusammenhang mit Beerdigungen, die ohnehin im engsten Familienkreis stattfinden.