Willkommen in der Pfarrei St. Barbara Breinig
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Geistlicher Impuls zum Sonntag - 11.01.2026

Taufe des Herrn

katholisch-20220223-081_by_Markus_Weinlaender_pfarrbriefservice (c) Markus Weinländer (pfarrbriefservice.de)
katholisch-20220223-081_by_Markus_Weinlaender_pfarrbriefservice
Datum:
Mi. 7. Jan. 2026
Von:
Ulrich Lühring

Kennen Sie die wichtigsten Termine und Daten in Ihrer Familie auswendig?
Oder hängt (wie früher bei uns zu Hause) der Kalender mit den wichtigsten Daten in der Küche?
Oder lassen Sie sich (ganz modern) durch Smartphone oder Facebook erinnern?

    • Geburtstage der Kinder
    • Hochzeitstag
    • der Namenstag von Tante Gretchen

Egal, ob Sie die Daten auswendig kennen oder sich erinnern lassen: Ich behaupte, es gibt ein Datum, sogar ein ganz wichtiges, persönliches Datum, das fast niemand von Ihnen kennt: das eigene Taufdatum.

Unsere Taufe ist doch ein ganz wichtiges Fest – das wichtigste Sakrament überhaupt für uns Christen. Ist es da nicht etwas seltsam (und auch irgendwie verräterisch), wenn wir nicht einmal das Datum kennen?

 

Für Jesus war seine eigene Taufe wohl die entscheidende Erfahrung in seinem Leben. Sie wird (wie nur wenige Ereignisse aus seinem Leben) in allen vier Evangelien berichtet. Danach hat sich für ihn alles verändert: Er bricht auf und beginnt, das Evangelium vom Reich Gottes zu verkünden.
Nun können wir natürlich zu unserer Entschuldigung vorbringen: Wir haben ja an unsere eigene Taufe überhaupt keine Erinnerung.
Umso wichtiger wäre es aber zu fragen: Welche Bedeutung hat denn dann die Taufe überhaupt – für mich persönlich? Was heißt für mich: getauft sein?

Paulus gibt dazu im Römerbrief eine Antwort: „Wir sind auf Jesus Christus getauft. Auf sein Leben und auf sein Sterben.“ (Römer 6,3)
Wenn wir also nach der Bedeutung von Taufe fragen, müssen wir uns eigentlich zunächst fragen:

  • Was bedeutet Jesus Christus für mich?
  • Was macht diesen Jesus aus?
  • Was ist das Besondere an ihm?

 

Auf diese Fragen gibt es sicher viele ganz verschiedene Antworten. Dieser Jesus hat so viele verschiedene Facetten, eigentlich lernen wir an jedem Sonntag ganz unterschiedliche Seiten an ihm kennen.
Heute hat es mir ein Satz aus der Lesung angetan, in dem der Prophet Jesaja (sozusagen vorausblickend) den Messias charakterisiert:

Er lärmt nicht und er schreit nicht.
Das geknickte Rohr zerbricht er nicht
und den glimmenden Docht löscht er nicht aus.

(Jesaja 42, 2-3)

 

Was das konkret heißt, wird uns vielleicht deutlicher, wenn wir uns bewusst machen, was für ein Unterschied diese Grundhaltung Jesu zu Johannes dem Täufer ist, der offensichtlich für Jesus so etwas wie ein Lehrer oder ein Vorbild war – immerhin lässt sich Jesus ja von Johannes taufen.
Johannes kündigt mit heftigen Worten das kommende Gericht an: „Schon ist die Axt an die Wurzel der Bäume gelegt. Jeder Baum, der keine gute Frucht bringt, wird umgehauen und ins Feuer geworfen.“ (Matthäus 3,10)
Jesus handelt so ganz anders als Johannes es erwartet und fordert, dass Johannes zweifelt und fragt: „Bist du wirklich der, der da kommen soll?“

Jesus verurteilt keinen Menschen. Die Zöllner Matthäus und Zachäus nicht – und auch die Ehebrecherin nicht. Den glimmenden Docht löscht er nicht aus. So ist Jesus. So handelt Gott.
Gott schreibt keinen Menschen ab. Gott gibt die Hoffnung nie auf.

Das ist ein Trost für uns, aber auch eine Aufgabe in Bezug auf jene, mit denen wir uns schwer tun.
Wir sind auf Jesus Christus getauft. Und wenn es ihn ausgemacht hat, dass er den glimmenden Docht nicht löscht, dann muss das eben auch für uns gelten.
Dann muss das für uns als Gemeinde und für uns als Kirche gelten: Das geknickte Rohr zerbrechen wir nicht.
In Bezug auf diejenigen, die abseits oder fern stehen; die nur hin und wieder mal kommen; nur an Weihnachten oder nur bei einer Beerdigung.
Dann gilt das auch für diejenigen, mit denen wir so unsere Probleme haben: Das geknickte Rohr zerbrechen wir nicht.

Gott handelt so.
Jesus hat das so gelebt.
Und wir?

Wir sollen es nachleben, auch wenn es manchmal wirklich schwer fällt.

Am Ende kommt es mit ziemlicher Sicherheit nicht darauf an, ob wir unser Taufdatum wissen. Aber es kommt sehr wohl darauf an, dass wir uns ehrlich bemühen, das nachzuleben, was er uns vorgelebt hat.

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Im Jiddischen meint das Wort "Mentsch" eine Person,
die aufrichtig und integer ist,
die gut handelt,
nicht weil es ihr um Macht, Erfolg und Reichtum geht,
sondern weil sie immer zuerst Mitmensch ist;
Bruder und Schwester.

Ich glaube,
Jesus von Nazareth war ein solcher Mentsch.
Und das fordert uns Christen,
die wir auf seinen Namen getauft sind
und in seiner Nachfolge leben,
heraus, täglich neu Menschen zu sein.

Unsere Mitmenschlichkeit wird in einer Gesellschaft,
die auseinanderzubrechen droht,
dringend gebraucht.

Rechte Parteien gewinnen Zulauf in unserem Land,
die soziale Schere driftet immer weiter auseinander.

All der Kälte, dem Hass, der pauschalen Verurteilung von Menschen
unbeirrbar die Mitmenschlichkeit entgegenzustellen,
dazu ermutigt uns dieser Jesus -
Mensch geworden,
damit wir immer mehr Menschen werden.

Dr. Katrin Großmann

Quelle: Newsletter des Zentralkomitees der deutschen Katholiken
gefunden in: Pfarrbriefservice.de
(Text von mir für diesen Zweck leicht verändert)

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Mit sonntäglichen Grüßen,
Ihr
Ulrich Lühring