Innenrenvoierung der Pfarrkirche 2008

Farbkonzept bis 2008

Der letzte Innenanstrich und die bis 2008 aktuelle Farbgebung der Breiniger Pfarrkirche stammten aus den Jahren 1977/1978. Nach 30 Jahren nagte nicht nur der Zahn der Zeit an den Farben, die damals gewählte Farbgebung passte auch nicht mehr so recht zu den neuen Chorfenstern.

Der Kirchenvorstand gab 2008 nach entsprechenden Angeboten verschiedener Firmen und nach Beratung durch das Generalvikariat dem Aachener Kirchenmaler Michael Severich, der sich auf die Ausmalung von Kirchen spezialisiert hat, den Auftrag, ein neues Farbkonzept zu entwickeln, das die im Kirchenraum durch die Fenster vorhandenen Farben stärker aufgreift, die neugotische Architektur deutlicher unterstreicht und insgesamt einen helleren und freundlicheren Gesamteindruck vermitteln sollte. Aufgrund von Bildern der alten Kirche hat der Kirchenmaler Severich versucht, auf das ursprüngliche, historische Farbkonzept zurückzugreifen und alte, bewährte Regeln der Kirchenmalerei zu berücksichtigen, soweit es mit der neuen Inneneinrichtung und den dominierenden Chorfenstern in Einklang zu bringen ist.

Auch der hinzugezogene Denkmalschützer des Landschaftsverbandes Rheinland hat die Kirchengemeinde darin bestärkt, die jüngste farbliche Fassung der Kirche zu verwerfen, gleichzeitig aber davor gewarnt, einfach eine alte Fassung (z.B. anhand von Fotos) zu kopieren. Das entsprach ganz dem erklärten Ziel des Kirchenmalers, auf ursprüngliche Muster und Grundgedanken zurückzugreifen und vorhandene Gestaltungsmuster aufzugreifen, ohne einfach 'historisierend' alte Fassungen zurückzuholen.

 

 

Die Pfarrkirche als Baustelle

Vor dem Einzug der Handwerker waren Pfarrgemeinderat, Kirchenvorstand und viele ehrenamtliche Helfer aktiv, um alle Bilder und Kunstgegenstände der Kirche 'in Sicherheit' zu bringen. 'Es war dann beim letzten Sonntagsgottesdienst in der 'alten Kirche' schon ein sehr eigentümliches Gefühl in der kahlen Kirche', gibt Pfarrer Lühring zu. 'An die Bilder und Figuren an den Wänden hat man sich so gewöhnt, dass sie erst richtig auffallen, wenn sie dann weg sind.'

Mit dem Beginn der Sommerferien 2008 wurde dann zunächst die historische Korfmacherorgel sachkundig verpackt und geschützt. Danach hielten die Gerüstbauer Einzug. Über zwei Wochen lang wurde mehr als 40 Tonnen (!) Material von Hand in die Kirche geschleppt und verbaut.

 

Mit dem Einzug der Maler zeigte sich die ganze Komplexität des Projektes. Eine Kirche ist nicht so einfach 'neu anzustreichen' wie ein Wohnzimmer. Erste Farbkonzepte wurden zwischen Kirchenmaler und Kirchenvorstand diskutiert und verändert. Letztlich musste sich das endgültige Farbkonzept aber in der Praxis entwickeln, weil man die Größe des Raumes, die Lichtverhältnisse und die dominierenden Farben der Fenster immer wieder mit einbeziehen musste.

Der ursprüngliche Zeitplan, der einen Wiedereinzug in die renovierte Kirche nach dem Ende der Sommerferien vorsah, erwies sich als zu knapp. Da mit dem 'Obstwiesenfest der Biologischen Station des Kreises Aachen' am 7. September ein festlicher Eröffnungsgottesdienst vereinbart war, arbeiteten alle Handwerker mit Hochruck daran, bis zu diesem Termin die Renovierung abzuschließen.

Nachdem noch einmal Pfarrgemeinderat, Kirchenvorstand und viele Helfer Hand anlegten, um den abschließenden Hausputz zu halten und alle Kunstgegenstände wieder an Ort und Stelle zu bringen, konnte am Sonntag, dem 7. September tatsächlich der erste Gottesdienst in der frisch renovierten Kirche stattfinden. Allerdings fehlten noch die Kirchenbänke, die von der Breiniger Schreinerei Schell generalüberholt und saniert worden waren - und auch der Chorraum war noch nicht komplett gestrichen. Am Wichtigsten war natürlich für alle Handwerker und die Verantwortlichen der Kirchengemeinde, dass sich die Breiniger in ihrer neugestalteten Kirche wohl fühlen und das neue Farbkonzept auf großen Beifall und viel Lob stieß.

Die Kosten der Renovierungsmaßnahme, die mit rund 55.000 € zu Buche schlagen, wurden von der Pfarrgemeinde aus zweckgebundenen Mitteln bestritten, ein Bistumszuschuß aus Kirchensteuermitteln erfolgte hierfür leider nicht. Der Pfarrgemeinde kam hier zu Gute, dass über den 'Kirchbauverein' in den vergangenen 40 Jahren die nötigen Mittel angespart wurden. Den Mitgliedern des Kirchbauvereins, die durch ihre treuen Spenden hierzu besonders beigetragen haben, gilt daher auch der besondere Dank von Pfarrer Lühring und den Vertretern des Kirchenvorstandes.

In einem zweiten Schritt wurde 2012 die Kirchenbeleuchtung erneuert, da die alten Lampen nicht mehr zur Innengestaltung passten. Nach langen Diskussionen und mehreren Phasen mit "Probeleuchten" entschied sich der Kirchenvorstand nicht nur für neue Lampen, sondern auch für ein komplett neues Lampenkonzept. Die Fachfirma STG Leuchten aus Krefeld empfahl der Kirchengemeinde, die neuen Leuchten nicht mehr über den  Bänken aufzuhängen, sondern zwischen den Säulen. Damit würde der Blick nicht mehr durch viele im Mittelschiff hängende Lampen gestört, sondern ginge frei in den Chorraum. Im Chorraum sollten ein Strahler von der Decke und zwei Strahlerleisten hinter dem Triumphbogen für die nötige Ausleuchtung sorgen. Die Elektroinstallation übernahm die Firma Elektro Kraemer aus Aachen. Mit einem fahrbaren Gerüst, dass freundlicherweise von der Firma Freialdenhoven zur Verfügung gestellt wurde, gelang es, die notwendigen, neuen Bohrungen vorzunehmen und die neuen Kabelstränge zu verlegen. In der Osternacht 2012 erstrahlten die Leuchten erstmals in neuer Pracht. Kirchenvorstand und Kirchengemeinde sind gleichermaßen mit dem Ergebnis hochzufrieden. Die entsprechenden Kosten wurden durch eine großzügige Einzelspende und weitere Spenden aufgebracht.

Pfarrkirche St. Barbara (um 2010) (c) Ulrich Lühring
Pfarrkirche St. Barbara (um 2010)