Beiern - eine alte Tradition lebt

Glocke_1 (c) Ulrich Lühring
 
 
 
 

In Breinig wird eine alte Tradition gepflegt, die seit dem 15. Jahrhundert in den Niederlanden, in Belgien und im Rheinland bezeugt ist: das Beiern. Der Ursprung des Wortes "Beiern" liegt wohl im Alt-Französischen baier, was "bellen" oder "anschlagen" bedeutet.

Bei Festen und besonderen Anlässen wurden die Glocken nicht (wie sonst) an Seilen gezogen und geläutet, sondern einzeln angeschlagen, so dass sie zu einem "Glocken-Spiel" wurden, mit dem der Beiermann Melodien spielen konnte - vorzugsweise zu Weihnachten und Ostern, zum Kirchweihfest und zu anderen wichtigen Anlässen.

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Die Tradition des Glockenbeierns in Breinig

In unserer Pfarrkirche gibt es ein Geläut aus 5 Glocken (e', g', a' von 1925; d', c'' von 1988 - Gießerei Petit & Edelbrock, Gescher), die normalerweise über elektrische Läutemotoren angetrieben werden. Zu besonderen Gelegenheiten werden auch unsere Glocken von den "Breiniger Beierjungen" von Hand angeschlagen.

Dabei sitzt bzw. liegt unter jeder Glocke ein Beiermann, der auf das Kommando eines "Dirigenten" den Glockenklöppel von Hand anschlägt, so dass im Zusammenklang eine Melodie entsteht.

Ursprünglich stammte die Beiermannschaft aus den jungen Männern der Freiwilligen Feuerwehr Breinig. Heute sind sie eine eigene Gruppierung der Pfarrgemeinde, die von Walter Ramers (Tel. 0 24 02/ 7 65 76 17) koordiniert wird.

 

Gebeiert wird in Breinig:

  • beim Fest der Erstkommunion (Weißer Sonntag und 3. Sonntag der Osterzeit) zum Einzug der Kommunionkinder in die Kirche (ca. 09.30 Uhr) und während der Kommunion der Kinder
  • am Fronleichnamsfest, wenn an den Prozessionsaltären der sakramentale Segen erteilt wird
  • zu Beginn des Pfarrfestes (alle zwei Jahre/ ungerade Jahre - zu wechselnden Terminen - siehe Veranstaltungskalender)
  • zu Pfarrjubiläen und besonderen pfarrlichen Anlässen

Dabei führen unsere Beierjungens auch eine andere Tradition fort, die in einem alten Beierspruch überliefert wird: "Das ist ein rechter Beiermann, der nicht nur beiern, sondern auch trinken kann..." Auch in Breinig darf zum Beiern ein Fläschchen "Glockenöl" nicht fehlen.