Willkommen in der Pfarrei St. Barbara Breinig
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Das Sakrament der Beichte

Beichtstuhl (c) Ulrich Lühring

Das Sakrament der Beichte ist eigentlich eines der schönsten Sakramente - sowohl für den Priester als auch für den Beichtenden. Hier kommen sich Gott und Mensch ganz besonders nahe. Es ist ein sehr persönliches Sakrament - die Beichte kennt keine Massenabfertigung.

Kein Mensch ist nur gut. Jeder macht Fehler, wird schuldig oder (theologisch gesprochen) sündigt. Das Sakrament der Beichte möchte Menschen helfen, indem es sie einlädt

  • das Gewissen und die Urteilsfähigkeit zu sensibilisieren
  • die Fähigkeit zur Selbstkritik nicht zu verlieren
  • einen Raum des Aussprechens und des Erzählens zu haben
  • Worte der Verzeihung und der Versöhnung zu hören
  • konkrete Schritte der Veränderung zu versuchen

Noch befindet sich das Sakrament der Beichte im normalen Gemeindealltag in der Krise. Aber auf Weltjugendtagen und auf  Wallfahrten zeichnet sich eine bemerkenswerte Trendwende ab: Menschen - vor allem Jugendliche - stehen stundenlang Schlange, um zu beichten. In den meisten Pfarrgemeinden wird aber nur noch sehr selten gebeichtet, vielleicht aus der falschen Scheu, bei der Beichte Fehler zu machen oder aus dem Gefühl lange nicht gebeichtet zu haben.  mehr...

 

Der Beichtstuhl

Der Beichtstuhl war ganz früher tatsächlich ein ganz normaler Stuhl, auf dem der Priester saß, während der Beichtende auf einer Kniebank kniete, meist durch ein Gitter vom Priester getrennt. Der "Beichtstuhl" in unserer Pfarrkirche ist eher ein "Beicht-Schrank", wobei die Grundanordnung die gleiche bleibt . Allerdings sollte diese Form des Beichtstuhles dem Beichtenden etwas mehr Sichtschutz geben und es ihm erlauben, auch etwas lauter zu reden.

Das Unbehagen vieler Christen vor dem Beichten mag auch mit der Einrichtung des Beichtstuhles zu tun haben, mit der Notwendigkeit zu flüstern statt in normaler Lautstärke zu reden und mit der Sorge, andere Beter in der Kirche zufällig etwas mithören. (Hätten Sie übrigens gewusst, dass jeder, der in dieser Weise etwas von einer Beichte "mitbekommt" ebenso an das Beichtgeheimnis gebunden ist wie der Priester?)

 

Das Beichtgespräch

Natürlich kann man auch im traditionellen Beichtstuhl Fragen stellen oder Ratschläge erbitten. Für die Form des Beichtgespräches, bei der sich Priester und Beichtender gegenüber sitzen, gibt es vor allem in Wallfahrts- und Beichtkirchen eigene Beichträume. Da es in unserer Pfarrkirche einen solchen Raum nicht gibt, finden Beichtgespräche bei uns im Pfarrhaus statt.

 

Die Buße

Die traditionelle Form der Buße, in der bestimmte Gebete vom Beichtenden übernommen wurden, wird heute auch kritisch gesehen. Wie viele Priester ist auch Pastor Lühring der Meinung, dass die Buße nicht mit Strafe verwechselt werden darf (erst Recht natürlich kein Gebet "zur Strafe"), sondern eher in einem konkreten Vorsatz besteht, den der Beichtende aus der Beichte mitnimmt.

 

Das Beichtgeheimnis

Das Beichtgeheimnis ist sicher das bestgehütete Geheimnis der Welt. Kein Priester darf auch nur irgendetwas von dem, was ihm in der Beichte anvertraut wurde, nach außen dringen lassen. Das hat nicht nur die Filmautoren vielfach angeregt, sondern auch tatsächlich dazu geführt, dass Priester getötet wurden, weil sie das Beichtgeheimnis nicht verraten haben (z.B. der Hl. Johannes Nepomuk).

 

Beichtzeiten

In unserer Pfarrgemeinde gibt es keine festen Beichtzeiten. Sprechen Sie bitte Herrn Pfarrer Lühring oder einen anderen Priester Ihrer Wahl an, um einen Termin für ein Beichtgespräch (oder eine Beichte im Beichtstuhl der Pfarrkirche) zu vereinbaren.

Haben Sie bitte keine Scheu, wenn Sie lange nicht gebeichtet haben. Wichtiger als irgendwelche Formen und Formeln, die wir als Kinder gelernt haben, ist das ehrliche Bekenntnis der eigenen Fehler. Kein Priester wird es Ihnen krumm nehmen, wenn Sie in der Form unsicher geworden sind, sondern wird Ihnen gerne helfen. Sie müssen sich nur trauen...

 

Buß- und Versöhnungsfeiern

Neben dem Angebot der Einzelbeichte gibt es auch in unserer Gemeinde vor allem in der Advents- und Fastenzeit als Vorbereitung auf die Hochfeste Buß- und Versöhnungsfeiern. Dabei sind die Gläubigen eingeladen, miteinander das eigene und das gemeinschaftliche Leben zu bedenken, sich zu besinnen, den Zuspruch aus dem Wort Gottes zu hören und den versöhnenden Segen Gottes zu empfangen.

Diese Feiern sind eine eigene Form der Versöhnung, welche die persönliche Beichte nicht ersetzen wollen.

In unseren Gemeinden Breinig und Dorff werden Buß- und Versöhnungsfeiern jeweils im Advent und in der Fastenzeit angeboten. Die aktuellen Termine entnehmen Sie bitte unserer Gottesdienstordnung bzw. dem Pfarrbrief.

Ulrich Lühring

Pfarrer