Willkommen in der Pfarrei St. Barbara Breinig
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Geistlicher Impuls - Ostern 2026

Hoffnungstrotz - oder: Von der Oase mitten in der Wüste

ma-wasser-quelle-01_by_markus_manigatterer_pfarrbriefservice (c) Martin Manigatterer (pfarrbriefservice.de)
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Datum:
Sa. 4. Apr. 2026
Von:
Ulrich Lühring

Ein moderner Mensch unternimmt eine Wüstenwanderung.
Wie es in solchen Geschichten oft kommt: er verirrt sich. Stundenlang läuft er im Kreis. Wasser und Proviant sind längst aufgebraucht. Die Sonnenglut dörrt ihn aus. Er ist mit seinen Kräften am Ende.
Da sieht er in einiger Entfernung die rettende OASE.

Weil er aber ein moderner, aufgeklärter Mensch ist, einer, der sich so leicht nichts vormachen lässt, weiss er: Das ist nur eine Fata Morgana, eine Luftspiegelung, ein Produkt meiner Phantasie. In Wirklichkeit ist da gar nichts.
Er meint, das Wasser plätschern zu hören, er riecht das Gras.
Aber er weiß ja: Das ist alles nur Phantasie.
Ein Hirngespinst.
Am Ende seiner Kräfte bleibt er im Wüstensand liegen und stirbt.

Ein paar Tage später kommen zwei Beduinen vorbei und finden den Toten.
„Kannst du das verstehen?“ fragt der eine den andern. – „Die Datteln wachsen ihm ja fast in den Mund und liegt ja beinahe neben der Quelle – und verdurstet! Wie ist das nur möglich?“
Der andere antwortet: „Er war halt ein moderner Mensch!“

 

Ostern ist die große Oase in der Wüste unserer Zeit.
Wir Christen haben eine wunderbare Botschaft zu Ostern: die Auferstehung.
Die Gewalt, die diesen Jesus ans Kreuz gebracht hat, hat nicht das letzte Wort.
Überhaupt wird die Gewalt nicht das letzte Wort haben.

 

Kirsten Fehrs, evangelische Bischöfin und EKD-Vorsitzende hat dafür ein schönes Wort geprägt: HOFFNUNGSTROTZ

https://www.ardsounds.de/episode/urn:ard:episode:80ca6fadbe32fb8e/

 

Wir dürfen eine Hoffnung haben – trotz all dem, was uns jetzt zu Recht an dieser Welt schmerzt.
Wir haben eine Hoffnung, die darüber hinauswächst: Dass das Leben immer siegen wird.
Diesen „Hoffnungstrotz“ bringt uns Ostern.

Ostern ist die Alternative zur spürbaren Hoffnungslosigkeit und Lebensmüdigkeit unserer Zeit.
An Ostern hat das Leben, hat die Hoffnung auf die Fülle des Lebens endgültig recht bekommen.

Aber dem modernen Menschen geht es wie dem Mann in der Wüste:
Alles nur Einbildung, alles nur Illusion. Er verdurstet neben der Quelle

 

Ja, es ist nicht so einfach mit unserem Osterglauben, man kann ihn nicht beweisen.
Das Problem ist, dass Ostern so schwer greifbar ist; dass das, was uns heute verkündet wird, eigentlich „un-glaublich“ ist – zu schön, um wahr zu sein.

Am Karfreitag gibt es ein eindeutiges, greifbares Symbol: das Kreuz.
Das Leid in der Welt, Krankheit, Krieg, Gewalt, Unglück – all das wird uns täglich frei Haus geliefert.
Ostern dagegen haben wir nichts Greifbares.

Das Grab ist leer – aber das beweist ja noch nichts.
In den Osterevangelien hören wir immer wieder, dass das leere Grab eher verstört als zum Glauben führt. Da ist eher von Furcht als von festem Glauben die Rede.
Das leere Grab allein genügt nicht, immer wieder muss der Auferstandene den Jüngern begegnen, bis sie wirklich so glauben können, dass es ihr Leben verändert.

Es gibt Dinge zwischen Himmel und Erde, die kann man nicht sehen oder verstehen – und erst recht nicht beweisen.

 

Auch in unserem Alltag können wir nicht alles beweisen, vielleicht sogar das Allerwichtigste nicht:
Dass ein anderer Mensch mich liebt, dafür kann ich Hinweise haben, aber keine Beweise.
Liebe kann man nicht sehen. Vielleicht ihre Auswirkungen.
Ein Kuss kann ein Zeichen der Liebe sein, aber eben kein Beweis.

So ist es auch mit dem Glauben, so ist es mit Ostern.
Es gibt Spuren Gottes in meinem Leben. Es gibt Zeichen dafür, dass Gott da ist.
Es ist durchaus begründet, dass wir an ihn glauben, uns anstecken lassen von diesem „Hoffnungstrotz“, der von Ostern ausgeht:
Aus einer Handvoll Jünger, die eigentlich am Ende waren, die aus Angst Türen und Fenster verrammelten, sind Begeisterte geworden, die andere mit ihrer Hoffnung mitgerissen haben.
Aus ein paar krummen Typen, die ratlos vor einem leeren Grab standen, wurden zwei Milliarden Christen weltweit, die seit 2.000 Jahren Ostern feiern.

Ostern feiern heißt: den „Hoffnungstrotz“ in uns wachhalten.
Die Hoffnung, dass das Leben stärker ist als der Tod.
Dass die Gewalt nicht das letzte Wort hat im Leben.

 

Beweise, die gibt es nicht.
Aber wenn ich es versuche und spüre, dass mein Leben mit dieser Botschaft Halt bekommt, dass ich auf sicherem Boden stehe – dann weiß ich auch ohne Beweise, dass mein Glaube richtig ist.

Ich denke an die Wüstengeschichte vom Anfang und stelle mir GOTT und JESUS im Zwiegespräch vor:

 

Gott fragt: „Wie konnten die Menschen denn so verdursten, so hoffnungslos werden?
Was konnten wir denn noch mehr tun? Du bist Mensch geworden, um ihnen unsere Nähe zu zeigen. Du hast ihnen die Frohe Botschaft gebracht. Du hast ihnen am Kreuz gezeigt, dass wir auf der Seite der Kleinen stehen. Wir haben ihnen Ostern gezeigt, dass am Ende das Leben gewinnt.
Es gibt doch Ostern. Sie mussten doch nur noch glauben. Sie mussten doch nur zugreifen.“

Und Jesus sagt: „Es sind halt moderne Menschen.“

 

Ich wünsche uns, dass wir nicht neben der Oase verdursten, sondern zugreifen.
Ich wünsche Ihnen „Hoffnungstrotz“.

In diesem Sinne: FROHE OSTERN.

Ihr
Ulrich Lühring

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Vom Hoffnungstrotz

Kälte, Leid, Krieg, Hunger und Verbrechen.
Die Dunkelheit in der Welt ist groß,
vielleicht auch die Finsternis in meinem persönlichen Leben.

Ostern bedeutet, all dem zu trotzen.

Ja, es gibt Krankheit und Tod.
Und trotzdem: Ostern.

Es gibt Gewalt und Verbrechen.
Trotzdem: Ostern.

Es gibt so viel Leid:
Trotzdem: Ostern

Jesus hat seine Augen nicht verschlossen vor all der Dunkelheit;
die es in der Welt gibt.
Er hat die Nöte gesehen, bewusst hingeschaut und versucht zu helfen.
Bis heute geht von Jesus eine unglaubliche Kraft der Hoffnunga aus.

Weil er nicht nur einzelne getröstet, ermutigt, geheilt hat.
Weil er den Tod besiegt hat.
Weil er uns Ostern gebracht hat: das ultimative "Trotzdem".

So können wir Ostern feiern.
Ja zum Leben sagen.
Allen zurufen: Frohe Ostern!
Fürchtet euch nicht!
Mut zum Leben.
Trotzdem.

Mit Hoffnungstrotz

nach einem Text von Pfarrer Werner Pirkner
Quelle: Pfarrzeitung Schwechat "das gespräch"
pfarrbriefservice.de