Willkommen in der Pfarrei St. Barbara Breinig
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Geistlicher Impuls zum Sonntag - 12. April 2026

Wie gehe ich mit meinen Wunden um?

8735_jesus_thomas_1 (c) Friedbert Simon (pfarrbriefservice.de)
8735_jesus_thomas_1
Datum:
Sa. 11. Apr. 2026
Von:
Ulrich Lühring

Sie kennen alle die Legende vom Heiligen Martin, vom Bettler und dem geteilten Mantel. Es gibt aber eine wenig bekannte Legende vom Ende seines Lebens.

Martin war alt und betagt.
Da erschien ihm eines Nachts eine Gestalt, prächtig und herrlich.
„Wer bist du?“ fragte Martin
„Ich bin Christus, der Auferstandene. Folge mir in meine Herrlichkeit“ antwortete die Gestalt.
Aber Martin blieb vorsichtig: „Zeige mir erst deine Wunden.“
„Im Himmel gibt es keine Wunden“, sagte die Gestalt.
„Weg mit dir, Satan!“ rief daraufhin Martin. „Ein Christus ohne Wunden, das kann nur der Teufel sein!“
Und tatsächlich: Die Gestalt war plötzlich weg – und es roch nach Schwefel, dem Gestank des Teufels.

 

Es ist ein uralter Traum der Menschheit, unverwundbar zu sein.
Sie kennen sicher Siegfried, den Held der Nibelungensage. Er tötet den Drachen und dann badet er in dessen Blut, weil er dadurch unverwundbar werden will.
Aber ein Lindenblatt fällt auf seine Schulter. Das bleibt seine wunde Stelle.

Nicht nur Filme und Romane sind voll von solchen Siegfriedstypen.
Nicht zu schlagen.
In ihnen spiegelt sich dieser uralte Traum wieder, unverwundbar zu sein.

Dabei wissen wir doch nur zu genau, wo das Lindenblatt auf unserer Schulter sitzt, die offene Flanke, die wunde Stelle.
Eine wunde Stelle haben wir alle gemeinsam: Wir können dem Tod nicht entgehen.
Das ist eine Grundwahrheit des Lebens.

Aber nicht nur das: Wir können nicht verhindert, immer wieder verwundet zu werden im Leben.
Durch Leid, das wir am eigenen Leib erfahren.
Durch den Tod, der durch andere Menschen in unser Leben tritt.

Die Frage ist: Wie gehen wir damit um?
Wie werden wir damit fertig?

Mir fällt auf: Nichts fällt dem modernen Menschen so schwer, als dass er seine Sterblichkeit eingesteht.
Was wird nicht alles getan, um diese Wahrheit zu überspielen.
Wir möchten auch diese letzte wunde Stelle sozusagen mit einer Hornhaut überziehen.

 

 

Heute werden wir im Evangelium daran erinnert, dass wir uns unserer Wunden bewusst sein dürfen, ja, dass wir es müssen.

Der Mensch will sein wie Gott und erträumt sich Unverwundbarkeit.
Aber Gott geht den umgekehrten Weg: Er wird Mensch und macht sich verwundbar.
Jesus ist verwundet worden. Tödlich verwundet.

Wir träumen von einem Supersiegfried. Aber der ist Jesus gerade nicht.
Weder vor seinem Tod, noch nach seiner Auferstehung.

Er hat sich lieber selbst verwunden lassen als andere zu verwunden.
Er ist denen nachgegangen, die verwundet sind.
Nicht, um zu sagen: Alles halb so schlimm. Sondern um ihre Wunden mitzutragen.

Seine Wunden gehören zu ihm.
Und darum zeigt er sie, fordert auf, sie zu sehen und ernstzunehmen:
Thomas, streck deine Finger aus – hier sind meine Hände.
Streck deine Hand aus und leg sie in meine Seite.

 Seine Wunden gehören zu ihm.
Und unsere Wunden gehören zu uns.

Christen sind Menschen, die ihre Verwundbarkeit nicht verleugnen. Es ist menschlich, Wunden zu haben und verwundbar zu sein.

 

Ja, es gibt Wunden in dieser Welt, in meinem Leben.
Aber es gibt einen, der stärker ist. Einen, der Ostern das alles überwunden hat.

In einem schönen Wortspiel heißt es: Auch deine Wunden sind über-wunden.

 

Das sind die Fragen, die mir das Evangelium an diesem Sonntag stellt:

  • Wie ist das mit den Wunden in meinem Leben, in unserer Welt?
  • Wie gehe ich damit um?
  • Indem ich sie verdränge - oder indem ich zu ihnen stehe?

 

Ostern heißt: Das Leben ist stärker.
Nicht, weil es keine Wunden mehr gibt.

Aber es gibt einen, der auch meine Wunden über-wunden hat.
Darum muss ich sie nicht verdrängen, sondern kann zu ihnen stehen.

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Zeugen gesucht

Gefragt sind Frauen und Männer,
die überzeugen,
weil sie überzeugt sind von dem,
was sie verkünden.

Gefragt sind Menschen,
die das ausstrahlen,
was sie sagen und verkörpern,
wovon sie reden,
die einfach glaub-würdig sind.

 

Zeugen gesucht
Gefragt sind Frauen und Männer,
die Zeugnis geben
von der Hoffnung die sie trägt,
vom Vertrauen, das sie prägt,
von der Sehnsucht, die sie bewegt,
von Gott, der zu uns steht.

Zeugen gesucht
So fing es an.
Damals in der Apostelgeschichte.
So geht es weiter.
Heute in der Kirche.
So bleibt Gottes schöpferischer Geist
am Werk
in und durch uns Menschen.

Paul Weismantel

Themenheft Christus bezeugen
(Bonifatiuswerk)

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Liebe Leserinnen und Leser meines "Geistlichen Impulses",

wie Sie sicher wissen, bin ich seit dieser Woche nicht mehr in Stolberg, sondern in Baesweiler tätig.

Die Vorabendmessen am heutigen 11. April und am 18. April in Dorff werden meine letzten (planmäßigen) Gottesdienste in Stolberg sein. Damit wird am nächsten Sonntag auch mein "Geistlicher Impuls" enden.

Die vielen positiven Rückmeldungen und die Nachfragen, was denn mit meinem "Geistlichen Impuls" wird, bestärken mich darin, mit dem Team in Baesweiler zu besprechen, ob es über die Homepage in Baesweiler weiterhin einen "Geistlichen Impuls" geben kann. Ich gehe davon aus, dass das sicher möglich ist.

Ich würde Sie in diesem Fall noch einmal durch die Zusendung dieses Newsletters "Geistlicher Impuls" informieren und Ihnen den entsprechenden Link zur neuen Homepage dann zusenden.

Mit herzlichen Grüßen,
Ihr
Ulrich Lühring