Willkommen in der Pfarrei St. Barbara Breinig
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Geistlicher Impuls zum Sonntag - 12.05.2024

Trompete umtauschen

trumpeter-590380_1280 (c) rkit (www.pixabay.de)
trumpeter-590380_1280
Datum:
Sa. 11. Mai 2024
Von:
Ulrich Lühring

„Ich möchte diese Trompete umtauschen“, sagt der junge Mann im Musikgeschäft.
„Die ist kaputt. Ich habe sie jetzt schon drei Monate und spiele sie jeden Tag, aber es kommt kein gescheiter Ton raus.“

 

Ich habe ja so meine Zweifel, ob der junge Mann mit seiner Beschwerde Erfolg gehabt hat.
Denn ob es wirklich an der Trompete lag, wenn die Töne nicht stimmen, das wage ich doch sehr zu bezweifeln.

Ob bei einem Musikinstrument die Töne harmonisch und schön klingen, liegt nur zum kleineren Teil an der Qualität des Instrumentes.
Zum größten Teil liegt es an dem, der darauf spielt.
Und solange derjenige, der auf dem Instrument spielt, der gleiche bleibt, wird es wenig nützen, das Instrument umzutauschen.

 

Warum erzähle ich Ihnen das?

Haben Sie auch schon einmal etwas umtauschen wollen?
Und ich meine jetzt kein Musikinstrument und auch kein Kleidungsstück.
Ich meine Anderes, Größeres…

Ich träume manchmal davon, die Kirche umzutauschen - in eine andere, eine bessere,
die näher ist am Evangelium und näher bei den Menschen.

Vielleicht träumen Sie ja davon, die Politiker umzutauschen, wenn Sie in ein paar Wochen wieder in der Wahlkabine stehen und denken: Ja, wen soll ich denn jetzt wählen?

Vielleicht ertappen Sie sich auch dabei, dass Sie manchmal Ihre Familie umtauschen möchten, Ihre Nachbarschaft, Ihren Verein?
Oder (warum nicht) gleich die ganze Welt?

Umtauschen in eine besser Welt.
Eine ohne Krieg, ohne Naturkatastophen, ohne Hunger hier und Überfluss da.
Wäre das nicht toll, wenn man unsere Welt umtauschen könnte in eine bessere, schönere?

 

Und dann denke ich an diesen Mann mit der Trompete im Musikgeschäft.
Unsere Welt könnte noch so oft umgetauscht werden.
Wenn sich diejenigen, die auf diesem Instrument spielen, nicht ändern, werden die Töne, die da herauskommen, auch nicht besser werden.

Wenn wir vor Gott klagen, wie schlecht die Welt ist, sind wir auch nicht schlauer als der Mann, der die angeblich kaputte Trompete umtauschen will.

 

In diesem Sinn verstehe ich einen zentralen Satz aus dem heutigen Sonntagsevangelium:
„Ich bitte nicht, dass du sie aus der Welt nimmst.“  (Joh 17,15)

 Den Mann im Hinterkopf, der seine Trompete umtauschen will, könnte man Jesus doch so verstehen:
Es geht nicht darum, uns aus dieser Welt herauszunehmen.
Uns in eine andere, bessere Welt zu versetzen.
Diese Welt ist unser Platz.
Für sie sind wir bestimmt; sie zu gestalten, ist unsere Aufgabe.
Auf ihr so zu spielen, dass die Töne eine Melodie ergeben.

 

Es geht nicht darum, sie umzutauschen, unsere Kirche, unsere Familie, unsere Gemeinde,
sondern zu lernen auf genau diesem Instrument zu spielen.
Auch Jesus denkt an eine Welt, in der es gerechter zugeht, in der es keine Kriege gibt und die Menschen friedlich miteinander auskommen.
Aber das ist keine andere Welt.
Es ist die Welt, in der wir leben, das Instrument, das uns anvertraut ist.
Es muss nur richtig gespielt werden.

 

Es bringt nichts, die Welt umzutauschen.
Es bringt nichts, die Nachbarn umzutauschen, die Arbeitskollegen oder den Partner.
Wir brauchen kein anderes Instrument, sondern wir müssen lernen, auf diesem Instrument zu spielen.

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Webfehler

In jedem Teppich der Navajo
gibt es einen kleinen Webfehler,
eine Unvollkommenheit,
damit genau an dieser Stelle
der Geist aus- und eingehen kann.

 

Ich wäre so gern vollkommen.

Aber dann entdecke ich bei mir

immer wieder neue

Fehler und Unvollkommenheiten.

Und dann denke ich mir,
dass auch mir diese Fehler
vielleicht ganz bewusst
eingefügt worden sind,

damit Gottes guter Geist
genau an diesen Stellen
bei mir aus- und eingehen
und wirksam werden kann.

Gisela Baltes
www.impulstexte.de

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Ich wünsche Ihnen einen schönen Sonntag,
Ihr
Ulrich Lühring